Nur vier Mal in Deutschland

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Dr. Gregor Halbert erläutert Armin Gauselmann, wie der neue Hightech-Scanner im Roboticum eingesetzt wird. Fotos: Sven Olaf Stange/MKK

Innovative Medizintechnik für das Roboticum Lübbecke: Das Zentrum für interdisziplinäre roboterassistierte Operationen Lübbecke setzt künftig einen neuartigen Hightech-Scanner ein und erweitert damit die Möglichkeiten moderner, präziser Chirurgie.

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Das Krankenhaus Lübbecke ist erst das vierte Krankenhaus in Deutschland mit der neuen Technologie und damit bundesweit ein Vorreiter. Der sogenannte Histolog-Scanner ermöglicht eine deutlich schnellere Beurteilung von Gewebeproben während laufender Operationen. Möglich wurde die Anschaffung durch die großzügige Unterstützung des Unternehmers und Stifters Paul Gauselmann. Bereits in der Vergangenheit hat er die medizinische Entwicklung am Standort Lübbecke nachhaltig gefördert. Mit dem Histolog-Scanner profitieren nun Patientinnen und Patienten mehrerer Fachbereiche von modernster Medizintechnik.

„Die medizinische Versorgung in unserem Kreis liegt uns sehr am Herzen, und wann immer es möglich ist, unterstützen wir gerne solche Projekte, die einen echten Mehrwert für Patientinnen und Patienten schaffen“, sagt Armin Gauselmann, der stellvertretend für seinen Vater ins Krankenhaus Lübbecke kam, um das neue innovative Gerät vor Ort zu besichtigen.

Großzügige Unterstützung von Paul Gauselmann

„Die Unterstützung von Herrn Gauselmann ermöglicht es uns, innovative Technologien zum Wohle der Menschen in unserer Region einzusetzen. Dafür sind wir außerordentlich dankbar“, sagt Dr. Ansgar Hörtemöller, Geschäftsführender Direktor der somatischen Standorte der Mühlenkreiskliniken. Der Histolog-Scanner ist ein digitales Mikroskopiesystem für den Operationssaal. Das Gerät erstellt innerhalb weniger Minuten hochauflösende digitale Bilder von Gewebeproben, die während einer Operation entnommen werden. Diese Bilder können unmittelbar durch die Pathologie beurteilt werden und liefern den Operateurinnen und Operateuren wichtige Informationen für den weiteren Verlauf des Eingriffs.

Bislang erfolgte die Untersuchung solcher Gewebeproben häufig mithilfe der sogenannten Gefrierschnitttechnik.  Diese erfordert mehrere Verarbeitungsschritte, bevor eine pathologische Beurteilung möglich ist. Der Histolog-Scanner verkürzt diesen Prozess erheblich: Innerhalb weniger Minuten stehen hochauflösende digitale Bilder zur Verfügung, die eine rasche diagnostische Einschätzung ermöglichen und den Operateurinnen und Operateuren wichtige Informationen für den weiteren Verlauf des Eingriffs liefern.

Krankenhaus Lübbecke nutzt modernste Technologie

„Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet dies eine noch präzisere und individuellere Chirurgie. Entscheidungen können schneller getroffen werden, ohne dabei auf die notwendige diagnostische Sicherheit zu verzichten“, erklärt Dr. Gregor Halbert, Direktor der Klinik für Urologie, roboter-assistierte Urologie und Uro-Onkologie sowie Leiter des Roboticums Lübbecke. Ein wesentlicher Einsatzbereich liegt zunächst in der robotisch-assistierten Prostatakrebschirurgie. Ziel dieser Eingriffe ist es, den Krebs vollständig zu entfernen und gleichzeitig die für die Lebensqualität wichtigen Nervenstrukturen möglichst zu erhalten. Die schnelle Analyse von Gewebeproben während der Operation unterstützt die Operateure dabei, noch präzisere Entscheidungen zu treffen. Dadurch können Eingriffe effizienter durchgeführt und die individuellen Behandlungsmöglichkeiten für die Patienten weiter verbessert werden.

Dabei ist der Einsatz der Technologie nicht auf robotisch-assistierte Operationen beschränkt. Der Histolog-Scanner kann grundsätzlich überall dort genutzt werden, wo während eines Eingriffs eine schnelle Beurteilung von Gewebeproben erforderlich ist – unabhängig davon, ob die Operation robotisch oder konventionell durchgeführt wird. Grundlage bleibt dabei die enge Zusammenarbeit mit der Pathologie. 

„Das Gerät ersetzt die Expertise des Pathologen nicht – es erweitert vielmehr unsere Möglichkeiten. Die hochauflösenden digitalen Bilder ermöglichen eine sehr schnelle Beurteilung und unterstützen damit die unmittelbare Kommunikation zwischen Operateur und Pathologe während des Eingriffs“, erläutert Professor Dr. Udo Kellner, Direktor des Instituts für Pathologie. Von der neuen Technologie profitiert jedoch nicht nur die Urologie. Als Teil des Roboticums steht der Hightech-Scanner künftig auch der Gynäkologie sowie der Allgemein- und Viszeralchirurgie zur Verfügung.

„Gerade bei gynäkologischen Tumoroperationen kann die schnelle Beurteilung von Gewebeproben dazu beitragen, operative Entscheidungen noch gezielter zu treffen und Eingriffe optimal an die individuelle Situation der Patientin anzupassen“, sagt Professorin Dr. Isabela Scheibner, Direktorin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Auch in der Allgemein- und Viszeralchirurgie ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten. So kann die Technologie beispielsweise bei Tumoroperationen des Magen-Darm-Traktes oder anderer Bauchorgane unterstützen, wenn während des Eingriffs eine schnelle Einschätzung von Gewebe erforderlich ist.

„Die Anschaffung des Histolog-Scanners ist ein weiterer wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung unseres Roboticums. Innovative Technologien entfalten ihren größten Nutzen dort, wo verschiedene Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten“, betont Oliver Fuckert, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Das Roboticum Lübbecke wurde Anfang dieses Jahres gegründet und bündelt die robotisch-assistierte Chirurgie der Fachbereiche Urologie, Gynäkologie sowie Allgemein- und Viszeralchirurgie unter einem Dach. Ziel ist es, modernste Operationstechniken fachübergreifend weiterzuentwickeln und Patientinnen und Patienten innovative Behandlungsmöglichkeiten auf höchstem medizinischem Niveau anzubieten.

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Professorin Dr. Isabela Scheibner (v.l.n.r.), Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Professor Dr. Udo Kellner, Direktor des Instituts für Pathologie, Dr. Gregor Halbert, Direktor der Klinik für Urologie, Armin Gauselmann (stellvertretend für seinen Vater Paul Gauselmann) und Dr. Ansgar  Hörtemöller, Geschäftsführender Direktor der somatischen Standorte der MKK, präsentieren gemeinsam den neuen Histolog-Scanner im Roboticum Lübbecke. Als viertes Krankenhaus in Deutschland setzt das Krankenhaus Lübbecke die innovative Technologie zur schnellen Gewebeanalyse während laufender Operationen ein.
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