Der heimische Igel gehört längst nicht mehr zu den selbstverständlichen Bewohnern unserer Gärten. Immer weniger natürliche Rückzugsorte, versiegelte Flächen, Mähroboter, Straßenverkehr und der Rückgang von Insekten setzen den kleinen Stachelrittern zunehmend zu. Umso wichtiger wird die Arbeit von Vereinen wie der Igelhilfe Herford-OWL e.V., die sich mit großem ehrenamtlichem Einsatz um verletzte, kranke oder geschwächte Tiere kümmert. FLZ
Die Helfer betreiben Stationen in Herford und Porta Westfalica und kümmern sich dort um Igel, die ohne menschliche Unterstützung kaum eine Überlebenschance hätten. Dazu gehören unter anderem verletzte Tiere, verwaiste Jungigel, stark untergewichtige Tiere oder Igel mit Parasitenbefall. Nach medizinischer Versorgung, Pflege und ausreichender Gewichtszunahme werden die Tiere in ihrem Revier wieder ausgewildert. Gleichzeitig steht der Verein auch Menschen beratend zur Seite, die einen Igel gefunden haben und unsicher sind, ob tatsächlich Hilfe nötig ist.
Denn nicht jeder tagsüber sichtbare Igel ist automatisch ein Notfall. Besonders Jungtiere sind im Spätsommer und Herbst häufig auch am Tage unterwegs. Kritisch wird es jedoch, wenn Tiere apathisch wirken, Verletzungen aufweisen, sich nicht mehr einrollen oder stark abgemagert erscheinen. Auch Fliegeneier, Madenbefall oder auffällige Bewegungsstörungen sind deutliche Warnzeichen. In solchen Fällen rät die Igelhilfe dazu, das Tier zu sichern und schnellstmöglich Kontakt aufzunehmen.
Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist dabei oft emotional und körperlich fordernd. Auf der Internetseite des Vereins heißt es offen, dass neben Reinigung, Versorgung und Pflege der Tiere auch unangenehme Aufgaben dazugehören. Gleichzeitig erleben die Helfer aber immer wieder besondere Momente – etwa dann, wenn ein gesund gepflegter Igel wieder in die Freiheit entlassen werden kann.

Wer die Igelhilfe unterstützen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Gesucht werden regelmäßig freiwillige Helfer für die Versorgung der Tiere in den Stationen. Außerdem freut sich der Verein über Geldspenden, Sachspenden oder Unterstützung über Wunschlisten und Spendenplattformen. Auch mit einfachen Mitteln im eigenen Garten lässt sich viel für Igel tun: Laubhaufen und wilde Ecken bieten wichtige Unterschlupfmöglichkeiten, flache Wasserschalen helfen besonders in trockenen Sommern, und geeignetes Futter kann geschwächte Tiere unterstützen. Wichtig dabei: Igel vertragen keine Milch. Stattdessen eignen sich etwa hochwertiges Katzenfutter (ohne Zucker, Getreide oder Gelee) mit einem Fleischanteil von mindestens 60 Prozent sowie ungewürztes Rührei.
Wer sich informieren oder engagieren möchte, kann sich unter (0151) 21386210 melden oder sich auf der Webseite www.igelhilfe-herford.de umschauen.