Jeder Fortschritt in der Krebsforschung beginnt mit den richtigen Voraussetzungen: Dank vieler Spenden in Höhe von 8.500 Euro konnte kürzlich eine moderne Zellkulturbank angeschafft werden.
Sie eröffnet dem dermatologischen Forschungslabor unter der Leitung von Universitätsprofessorin Dr. Katrin Schaper-Gerhardt am Johannes Wesling Klinikum neue Möglichkeiten in der modernen Hautkrebsforschung. Die Anlage ermöglicht ein präzises Arbeiten mit sensiblen Zellkulturen – und bringt die Hoffnung näher, Patientinnen und Patienten mit Hautkrebs künftig noch gezielter behandeln zu können.
Das Besondere der neuen Zellkulturbank: Sie schafft eine keimfreie Arbeitsumgebung, in der Haut- und Tumorzellen vor Verunreinigungen durch Bakterien geschützt sind. Ohne diese sterile Umgebung würden Zellkulturen innerhalb kürzester Zeit unbrauchbar werden. „Die Arbeit mit Zellkulturen ist extrem anspruchsvoll. Selbst kleinste Verunreinigungen können Experimente zunichtemachen“, erklärt Professorin Dr. Katrin Schaper-Gerhardt. „Die neue Zellkulturbank ist daher keine Ergänzung, sondern eine absolute Grundvoraussetzung für unsere Forschung“, ergänzt sie.
Im Mindener Forschungslabor der Dermatologie werden unter anderem sogenannte In-vitro-Experimente durchgeführt. Dabei untersuchen Forschende gezielt, wie Haut- oder Tumorzellen auf bestimmte Wirkstoffe reagieren. Die Zellen werden in speziellen Kulturgefäßen gehalten und mit Substanzen behandelt, um deren Wirkung auf molekularer Ebene zu analysieren. So lassen sich beispielsweise Veränderungen in Proteinen, RNA oder anderen Biomarkern nachweisen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt aber vor allem auf der translationalen Forschung: Hier wird direkt mit Proben von Patientinnen und Patienten gearbeitet – etwa mit Tumorgewebe oder Blut. Diese werden im Labor weiterverarbeitet, um zu untersuchen, wie individuell unterschiedlich Therapien wirken. Ziel ist es, langfristig besser vorhersagen zu können, welche Behandlung bei welchen Patienten*innen besonders wirksam ist. „Moderne Krebsforschung ist ohne hochspezialisierte Infrastruktur nicht denkbar. Die neue Zellkulturbank ist für uns ein entscheidender Baustein, um innovative Forschungsansätze konsequent weiterzuentwickeln und Erkenntnisse schneller in die Patientenversorgung zu übertragen. Dass wir diese Investition durch Spenden realisieren konnten, ist ein Zeichen gesellschaftlicher Unterstützung für die medizinische Forschung“, sagt Professor Dr. Ralf Gutzmer, Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Phlebologie.
„Darüber hinaus arbeitet das Team zunehmend mit komplexeren 3D-Zellmodellen, die die Situation im menschlichen Körper realistischer abbilden als klassische Zellkulturen“, so die Universitätsprofessorin Katrin Schaper-Gerhardt. Diese Modelle sind jedoch material- und kostenintensiv: Zellkulturmedien können mehrere hundert Euro kosten und reichen oft nur für kurze Zeiträume. Auch Verbrauchsmaterialien wie Einwegpipetten oder spezielle Kulturplatten werden täglich benötigt und müssen auch durch externe Mittel finanziert werden.
„Wir sind sehr dankbar für die vielen, einzelnen Spendeneingänge. Sie ermöglichen es uns, eine zentrale Voraussetzung für unsere Arbeit zu schaffen. Ohne diese spezielle Zellkulturbank könnten wir keine verlässliche Zellkulturforschung betreiben“, betont die Leitung des Forschungslabors.
„Gerade in der Krebsforschung steckt hinter jedem einzelnen Ergebnis ein enormer zeitlicher und materieller Aufwand. Diese Unterstützung hilft uns ganz konkret, näher an personalisierte Therapien für unsere Patientinnen und Patienten zu kommen.“
Die Investition zeigt eindrucksvoll, wie wichtig gezielte Förderung für die medizinische Forschung ist und sie dadurch direkt voranbringen kann – mit dem klaren Ziel, die Behandlung von Hautkrebs nachhaltig zu verbessern.
Wer sich auch für die Hautkrebsforschung stark machen oder einfach nur helfen möchte, wo gerade dringend Hilfe benötigt wird, kann dies sehr gerne unter www.muehlenkreiskliniken/spende. Dort finden Sie alle Spendenprojekte auf einem Blick.