Ein Angebot aus Kuwait

Nach mehr als zwanzig Jahren in Bad Oeynhausen zog es einen Oberarzt und Intensivmediziner in die Ferne – jetzt ist er zurรผck.

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Im Sommer 2023 erhielt Al Khalil ein auรŸergewรถhnliches Angebot: Gemeinsam mit fรผnf weiteren deutschen Spezialisten sollte er in Kuwait-Stadt beim Aufbau eines hochmodernen Herzinsuffizienzzentrums helfen. Fรผr den gebรผrtigen Syrer, der 1998 mit einem Stipendium ans HDZ kam, zunรคchst in der Anรคsthesie arbeitete und bald darauf fest zum Team der chirurgischen Intensivstation A 1.4 zรคhlte, war das eine spannende Herausforderung โ€“ und zugleich ein Abenteuer in eine andere Arbeits- und Lebenswelt.

โ€žIch wollte noch einmal etwas Neues kennenlernenโ€œ, erinnert sich der 58-Jรคhrige, der in Bad Oeynhausen zahllose Patientinnen und Patienten durch schwierige Operationen und intensive Nachsorge begleitet hat. โ€žAls junger Arzt kann man am HDZ so vieles lernenโ€œ, berichtet Al Khalil. โ€žHier werden Patienten mit zum Teil sehr komplexen Erkrankungen rund um die Uhr รผberwacht, man sieht das gesamte Spektrum herzchirurgischer Eingriffe einschlieรŸlich Herztransplantationen, Einsatz von Lungenersatzsystemen, kรผnstlicher Herzunterstรผtzung und Kunstherzen โ€“ alles verbunden mit sehr aufwendiger, hochmoderner Medizintechnik.โ€œ

Mit seinem Wissen und seiner Erfahrung aus einer der grรถรŸten intensivmedizinischen Versorgungsbereiche der Herzchirurgie in Europa brachte Riad Al Khalil in Kuwait wertvolle Impulse ein โ€“ fachlich wie menschlich. โ€žWir wurden sehr freundlich und voller Wertschรคtzung empfangen.โ€œ Dass er dort erstmals nicht mehr auf einer rein herzchirurgischen, sondern internistisch-chirurgischen Intensivstation arbeitete, das habe ihm sehr viel gebracht und seine Kenntnisse nochmals erweitert. โ€žWeniger leicht war es, sich an eine ganz andere Arbeitsstruktur und an ein fremdes Gesundheitswesen zu gewรถhnen.โ€œ

Zwischen 50 Grad Sommerhitze, neuer Umgebung und einem ungewohnten Arbeitsrhythmus merkte Riad Al Khalil bald, dass ihm etwas fehlte. Vor allem waren das die tรคglichen Herausforderungen und die besondere Energie am HDZ. โ€žIch habe Bad Oeynhausen vermisstโ€œ, gibt er offen zu. โ€žDas Arbeiten im Team, das interdisziplinรคre Miteinander auf Augenhรถhe gerade bei sehr schwierigen Fรคllen โ€“ das ist schon etwas ganz Besonderes am HDZ NRW. Hinzu kam, dass die Planungen zum neuen Herzinsuffizienzzentrum sich nicht wie erhofft entwickelten und schlieรŸlich ganz zum Erliegen kamen. Die Perspektive auf eine langfristig neue Arbeitswelt in seinem Spezialgebiet, der Betreuung von schwer herzschwachen und mit kรผnstlicher Herzunterstรผtzung ausgestatteten Patienten, hatte sich damit verรคndert.

Riad Al Khalil blieb zwei Jahre in Kuwait und erfรผllte seinen Vertrag. Dann war das Heimweh zum HDZ doch zu groรŸ. Ende 2025 kehrte er nach Bad Oeynhausen zurรผck โ€“ mit offenen Armen empfangen von seinen Kolleginnen und Kollegen im HDZ, die ihm nie wirklich Lebewohl gesagt hatten.

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