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Vom Fitnessstudio zum HYROX-Athleten: Patricks Weg aus Minden auf die internationale Bühne
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Vom Fitnessstudio zum HYROX-Athleten: Patricks Weg aus Minden auf die internationale Bühne

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Zwischen Training, Wettkämpfen und Familienalltag: Warum Patrick Benecke aus Minden sein Berufsleben komplett umkrempelte und heute für HYROX um die Welt reist.

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Noch drei Stunden bis zum Abflug. Der 36-Jährige hat sein Training bereits hinter sich, beantwortet letzte Nachrichten auf dem Handy und bereitet sich auf die nächste Reise vor. Erst geht es nach Mallorca, danach steht sein Wunschziel fest: die HYROX-Weltmeisterschaft in Hongkong.

Wettkämpfe, Trainingscamps und Coachings bestimmen inzwischen seinen Alltag. Dass Patrick aus Minden einmal als HYROX-Athlet um die Welt reisen würde, hätte er vor einigen Jahren selbst nicht gedacht. Denn lange Zeit sah sein Leben ganz anders aus: Sport gehörte zwar schon immer dazu, aber das Training fühlte sich irgendwann leer an.

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„Ich bin einfach hingegangen, weil ich mich bewegen wollte, aber ich war ohne Ziel dabei“, erinnert er sich.

Erst als er HYROX entdeckte, änderte sich das. Heute trainiert Patrick sechs- bis neunmal pro Woche, coacht Athletinnen und Athleten online, organisiert Trainingscamps und reist für Wettkämpfe um die Welt. Doch hinter den Erfolgen steckt keine klassische Sportkarriere. Es ist die Geschichte eines Mannes, der mehrfach neu angefangen hat – beruflich, sportlich und auch nach einem schweren Bandscheibenvorfall.

 

 

 

 
 
 
 
 
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Vom Fußballplatz ins Fitnessstudio

Sport spielte schon früh eine wichtige Rolle in Patricks Leben. Wie viele andere begann auch er mit Fußball, später kam Tennis dazu. Die größte Konstante blieb allerdings das Krafttraining. Seit mehr als 20 Jahren gehört das Fitnessstudio zu seinem Alltag.

Auch beruflich drehte sich lange Zeit alles darum: Patrick arbeitete zunächst als Regionalmanager und war für bis zu elf Fitnessstudios verantwortlich. Später machte er sich selbstständig und baute zwei eigene EMS-Studios in Minden und Bückeburg auf.

Von außen betrachtet lief alles nach Plan. Beruflich war er erfolgreich, sportlich aktiv und sein eigener Chef. Trotzdem fehlte ihm etwas Entscheidendes.

„Es war nicht meine Passion“, sagt er heute rückblickend.

Dieses Gefühl begleitete ihn auch beim Training. Zwar ging er regelmäßig ins Studio, doch der Ehrgeiz, auf ein konkretes Ziel hinzuarbeiten, war mit der Zeit verloren gegangen.

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Wie HYROX alles veränderte

Vor rund zwei Jahren stieß Patrick auf HYROX – eine Wettkampfserie, die funktionelles Krafttraining mit Ausdauer verbindet. Das Prinzip: Achtmal ein Kilometer laufen, unterbrochen von acht verschiedenen Workout-Stationen wie Skiergometer, Schlitten schieben, Burpees oder Wall Balls.

Für Patrick war das genau der Impuls, den er brauchte:

„HYROX hat dafür gesorgt, dass ich beim Fitness wieder ein Ziel hatte. Das hat alles verändert.“

Das Training wurde strukturierter, jede Einheit hatte wieder einen klaren Zweck. Seinen ersten Wettkampf absolvierte er in Berlin. Wirklich gepackt hat ihn jedoch erst die HYROX-Weltmeisterschaft in Nizza, für die er sich überraschend qualifizierte.

„Sowas habe ich vorher noch nicht erlebt. Man hat sich gefühlt wie ein Star. Man kommt da rein, wie bei Olympia wird man begleitet und hat so ein richtig geiles Gefühl, dabei zu sein. Dann war ich infiziert auf jeden Fall – und jetzt werden sie mich auch nicht mehr los“, sagt Patrick und lacht.

Eine mutige Entscheidung

Nach der WM in Nizza wurde Patrick klar, dass HYROX für ihn weit mehr als ein Hobby war. Er wollte den Sport zum Mittelpunkt seines Berufs machen. Also traf er eine konsequente Entscheidung: Er gab seine EMS-Studios auf.

Stattdessen konzentrierte er sich vollständig auf das HYROX-Online-Coaching, Trainingscamps und Community-Events. Für Patrick bedeutete dieser Schritt vor allem persönliche Freiheit.

„Ich kann mein Training dahin legen, wann ich es brauche. Und ich kann dann arbeiten, wenn ich möchte. Ich arbeite nicht weniger als früher – aber es fühlt sich anders an, weil ich genau das mache, woran ich Spaß habe.“

Doch kurz bevor der nächste große Meilenstein anstand, folgte ein schwerer Rückschlag.

Bandscheibenvorfall kurz vor der Weltmeisterschaft

Vier Wochen vor der nächsten HYROX-Weltmeisterschaft im Jahr 2025 spürte Patrick stechende Rückenschmerzen. Das MRT lieferte die ernüchternde Diagnose: Bandscheibenvorfall.

Da er jedoch nicht nur im Einzel, sondern auch im Doppel mit einem Partner qualifiziert war, kam ein Rückzug für ihn nicht infrage: „Ich wollte ihn natürlich nicht hängen lassen.“

Es folgte ein Wettlauf gegen die Zeit mit täglicher Physiotherapie und Spritzen. Trotz enormer Schmerzen trat er die Reise an und kämpfte sich durch den Wettkampf. Dass er überhaupt im Ziel ankam, zählt für ihn rückblickend zu seinen größten sportlichen Erfolgen.

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Die Zeit danach

Nach der WM folgte eine mehrmonatige Zwangspause. Eine Situation brannte sich dabei besonders in sein Gedächtnis ein:

„Wenn du von deinem sieben- oder achtjährigen Sohn die Socken angezogen bekommst, weil du dich selbst nicht bücken kannst, dann fragst du dich schon, wofür das alles.“

Patrick übernimmt jedoch die Verantwortung: „Ich habe mir das über viele Jahre mit falschem Krafttraining selbst eingebrockt.“

Der Bandscheibenvorfall hat ihn allerdings nicht gebremst – er hat seine Einstellung verändert. Statt unüberlegt weiterzumachen, trainiert er heute deutlich intelligenter: Er hört genauer auf seinen Körper, setzt auf gezieltes Reha- und Stabilitätstraining und nimmt Regeneration extrem ernst.

Training zwischen Minden und internationalen Wettkämpfen

Inzwischen ist Patrick wieder voll im Wettkampfmodus. Ob Stockholm, Chicago, Istanbul oder Berlin – sein Kalender ist gut gefüllt. Für eine HYROX-Weltmeisterschaft trainiert er sechs- bis neunmal pro Woche, oft in zwei Einheiten am Tag.

„Schlafen ist meine Superkraft“, sagt er lachend. „Ich kann eigentlich immer einschlafen.“

Sein Lebensmittelpunkt bleibt trotz der vielen Reisen Minden. Die Strecken an der Weser und die regionalen Studios bieten ihm alles, was er braucht.

Egal wie eng der Trainingsplan ist: Die wichtigste Rolle in seinem Leben spielt nach wie vor sein Sohn. Auf die Frage, worauf er am meisten stolz sei, antwortet Patrick ohne zu zögern: „Auf meinen Sohn. Ich glaube, den habe ich ganz gut hingekriegt.“

„Vielleicht stehen wir irgendwann gemeinsam bei einem HYROX-Kids-Event an der Startlinie“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Einfach anfangen

Über 30 HYROX-Rennen hat Patrick mittlerweile absolviert. Aus den ersten Einheiten mit Freunden ist ein Online-Coaching, ein eigener Podcast und eine starke Community gewachsen.

„Du gehst aus einem HYROX immer als Gewinner. Du läufst über die Ziellinie und hast etwas geschafft. Egal, welche Zeit am Ende auf der Uhr steht.“

Wer Patrick begleitet, merkt schnell: Er nimmt seinen Sport sehr ernst – sich selbst dagegen nicht immer. Sein Rat an alle, die mit dem Sport anfangen wollen, fällt daher denkbar einfach aus:

„Mach etwas, das dir Spaß macht. Wenn dir etwas wirklich Spaß macht, bleibst du automatisch länger dabei. Und genau das ist am Ende das Wichtigste.“

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