Orte, Epochen, Geschichten

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Die Gรคste erleben Geschichte nicht nur durch Fakten und Erzรคhlungen, sondern begegnen historischen Persรถnlichkeiten unmittelbar und erhalten spannende Einblicke in vergangene Lebenswelten. Fotos: Christian Schwier

Wie lebte die letzte ร„btissin des Damenstifts St. Marien? Welche Folgen hatten die Sachsenkriege fรผr die Region um Minden? Und warum beschรคftigte ein folgenschweres Duell die preuรŸische Garnison im Jahr 1816? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt die beliebte Veranstaltungsreihe โ€ž3×30 โ€“ Fรผr Mindens Stadtgeschichte(n)โ€œ, die am Samstag, 20. Juni 2026, erneut Besucherinnen und Besucher auf eine auรŸergewรถhnliche Zeitreise durch die Geschichte der Stadt mitnimmt.

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Das Erfolgsformat verbindet drei jeweils etwa 30-minรผtige Fรผhrungen mit eigens inszenierten historischen Spielszenen an bedeutenden Orten der Mindener Stadtgeschichte. Die Gรคste erleben Geschichte nicht nur durch Fakten und Erzรคhlungen, sondern begegnen historischen Persรถnlichkeiten unmittelbar und erhalten spannende Einblicke in vergangene Lebenswelten.

Im Bereich der St. Marienkirche tritt Henriette Wilhelmine Sophie von dem Bussche-Hรผnnefeld, die letzte ร„btissin des Damenstifts, auf. Im Sommer des Jahres 1811 blickt sie auf die bewegte Geschichte des Stifts zurรผck, das einst aus einem mittelalterlichen Kloster hervorging und kurz zuvor durch die franzรถsische Herrschaft aufgelรถst wurde. Sie berichtet von den Bewohnerinnen des Stifts, den Regeln und Traditionen des Zusammenlebens sowie den hohen Anforderungen, die Frauen fรผr die Aufnahme erfรผllen mussten.

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Das Erfolgsformat verbindet drei jeweils etwa 30-minรผtige Fรผhrungen mit eigens inszenierten historischen Spielszenen an bedeutenden Orten der Mindener Stadtgeschichte.

Am Mindener Dom fรผhrt eine historische Schauspielszene weit zurรผck in die Frรผhzeit Mindens. Aus der Sicht eines sรคchsischen oder frรคnkischen Kleinadligen werden die Sachsenkriege, der Reichstag von Minden im Jahr 798 sowie die Grรผndung des Domstifts und des spรคteren Bistums lebendig. Dabei erfahren die Besucherinnen und Besucher Wissenswertes รผber den Alltag der Menschen jener Zeit โ€“ von Ernรคhrung und Herrschaft รผber Kriegsfรผhrung und Religion bis hin zu den tiefgreifenden Verรคnderungen, die die Region prรคgten. Auch das Brunnenheiligtum unter der Domvierung wird thematisiert und verweist auf die Bedeutung des Dombergs als vorchristliches Zentrum und Ort jahrhundertelanger sakraler Kontinuitรคt.

Im Haus Windloch erwartet die Gรคste eine Geschichte aus der preuรŸischen Garnisonszeit. Im Juni 1816 sieht sich Major Keibel, Ingenieur vom Platz Minden, mit den Folgen eines gescheiterten Ehrengerichts konfrontiert. Zwei junge Offiziere hatten einen Streit trotz Schlichtungsversuchs mit Pistolen ausgetragen. Das Duell endete mit einer schweren Verletzung eines Beteiligten und brachte die militรคrische Fรผhrung in erhebliche Schwierigkeiten. In einem vertraulichen Gesprรคch mit seinen Vermietern, der Familie Schluppkothen, reflektiert Keibel die Ereignisse und seine eigene Verantwortung. Im Anschluss an die Szene kรถnnen die originalgetreu nachgebildeten Duellwaffen besichtigt werden.

Zwischen den Fรผhrungen lรคdt die Weinlounge im Domhof zum Verweilen ein. Bei einem Glas Wein und musikalischer Begleitung kรถnnen die Gรคste die Eindrรผcke der einzelnen Stationen auf sich wirken lassen und die besondere Atmosphรคre des Abends genieรŸen.

Der Teilnahmebeitrag betrรคgt 8 Euro pro Person. Tickets sind in der Tourist-Information Minden, Kleiner Domhof 17, 32423 Minden, erhรคltlich. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird eine Kartenreservierung empfohlen.

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