In dem preisgekrรถnten Monolog „Prima Facie“ von Suzie Miller geht es um Tessa, eine Strafrechtsanwรคltin, fรผr die die juristische Wahrheit รผber allem steht – am 27. Mรคrz zu sehen im Mindener Stadttheater.
โIch habe seit Wochen keinen Fall verloren.โ โ Tessa ist auf ihrem Hรถhenflug. โWenn die Geschichte Lรผcken hat, dann weise darauf hinโ, Gefรผhle und Moral spielen im Gerichtssaal keine Rolle. Egal, ob bei Drogenmissbrauch oder Sexualverbrechen, es geht um die juristische Wahrheit und die Unschuldsvermutung. Davon ist Tessa รผberzeugt, bis zu dem Tag, an dem sie selbst Opfer eines sexuellen รbergriffs wird. Obwohl sie die Hindernisse des Systems genau kennt, erstattet sie Anzeige. Sie wird zur Verteidigerin ihrer selbst. Der plรถtzliche Seitenwechsel stellt ihr Vertrauen in das Rechtssystem auf eine harte Probe.
„Dieses Stรผck ist ein Statement. Es bringt das Dilemma missbrauchter Frauen klug auf den Punkt. Nach diesem Abend ist klar, warum die Dunkelziffer bei Sexualdelikten so hoch ist, warum so viele รbergriffe nie zur Anzeige kommen. Weil das, was danach kommt, fรผr viele Opfer nicht aushaltbar ist. Es ist ein Plรคdoyer fรผr mehr Menschlichkeit im System, fรผr die Verรคnderung“, urteilt „Die Deutsche Bรผhne“. Prima facie โ juristischer Terminus fรผr โAnscheinsbeweisโ, โBis auf Widerrufโ, โDem ersten Anschein nachโ.
Los geht es um 19 Uhr.