Mehr als ein Feiertag
Wenn sich Gruppen von Männern mit Bollerwagen und Bier auf den Weg machen, ist es wieder so weit: Vatertag. Für manche ein Anlass zum Feiern unter Freunden, für andere ein Tag der Familienzeit. Doch woher stammt er? Und warum fällt er auf Christi Himmelfahrt?

Der Vatertag fällt jedes Jahr auf den 40. Tag nach Ostern. Das ist der Feiertag „Christi Himmelfahrt“, der dieses Jahr am 29. Mai ist. Er fällt immer auf einen Donnerstag und somit ist das schon mal geklärt. Hinter dem Feiertag steckt die Erinnerung an die Rückkehr Jesu Christi zu seinem Vater im Himmel – nach seiner Auferstehung von den Toten. In der Bibel heißt es dazu, Jesus sei vor den Augen seiner Jünger in den Himmel aufgenommen worden. Himmelfahrt symbolisiert damit das Ende von Ostern und markiert einen wichtigen Punkt im Kirchenjahr.

Woher stammt der Begriff?

Dass dieser Tag in Deutschland gleichzeitig als Vatertag oder auch Männertag gefeiert wird, ist kein Zufall – hat aber weltliche Wurzeln, die selbstverständlich deutlich jünger sind als der christliche Feiertag. Der Ursprung in seiner heutigen Form liegt im späten 19. Jahrhundert. In Berlin und Umgebung begannen seinerzeit die Gastronomen damit, diesen freien Tag im Frühjahr für sogenannte „Herrenpartien“ zu nutzen – das waren Männerausflüge mit dem Ziel, die Wirtshäuser auf dem Land zu besuchen. Dann floss reichlich Bier. Daraus entwickelte sich die Tradition, an Himmelfahrt auf diese Weise etwas zu feiern.

Der Begriff „Vatertag“ wurde allerdings erst im Laufe des 20. Jahrhunderts gebräuchlich – vermutlich als bewusstes Pendant zum Muttertag, der sich in der gleichen Zeit etablierte. In der damaligen DDR wurde der Vatertag offiziell nicht gefeiert – dort stand Himmelfahrt als Feiertag unter dem neutralen Titel „Männertag“ auf dem Kalender. Heute sind die Begriffe Vatertag, Herrentag oder Männertag regional unterschiedlich geläufig, doch die meisten verbinden den Tag mit einem Mix aus geselliger Unternehmung und Wertschätzung.

Zwischen Bollerwagen und Familienzeit

Die Tradition der Vatertagsausflüge ist weit verbreitet – besonders in ländlichen Gegenden. Männergruppen ziehen mit ihren Bollerwagen, Fahrrädern oder Traktoren los, um gemeinsam den Tag zu verbringen. Kritiker monieren dabei regelmäßig den hohen Alkoholkonsum und das entstehende „Feierimage“, das mit dem eigentlichen Sinn des Tages wenig zu tun habe. Doch der Vatertag hat längst mehr Facetten als das Klischee vom trinkfreudigen Männerausflug. Viele Familien nutzen den Feiertag, um bewusst Zeit miteinander zu verbringen. Gerade junge Väter erleben den Vatertag zunehmend als Tag der Verbundenheit mit ihren Kindern. Ob Ausflug in den Tierpark, gemeinsames Grillen im Garten oder ein Tag am See – es geht immer öfter darum, die Rolle als Vater bewusst zu leben und zu feiern.

Geschenke, Gesten, gemeinsame Momente

Während der Muttertag oft von floralen Gesten und herzlichen Karten geprägt ist, geht es am Vatertag etwas rustikaler zu. Doch auch hier stehen Aufmerksamkeit und Anerkennung im Mittelpunkt. Beliebt sind neben den Familienausflügen aber auch die Vatertag-Events, bei denen es längst nicht mehr nur darum geht, feuchtfröhlich zu feiern. Oft sind diese Events geeignet für alle Generationen und auch für Kinder gibt es vielfach ein Programm. Zu beobachten ist, dass der christliche Feiertag wieder zusehends an Bedeutung gewonnen hat, dennoch der Anlass für Unternehmungen aller Art genutzt wird. Das liegt sicherlich auch am Termin, der im Frühjahr mit dem Start in die hochsommerliche Zeit verbunden ist. Kurze Abstecher ans Steinhuder Meer, den Dümmer See oder das Hermannsdenkmal sind mögliche Ziele von Tagesausflügen, die sich im Land von News – Das Magazin finden. Die Tourismusverbände bieten dazu Angebote, die gezielt auf die jeweiligen Interessen zugeschnitten sind. Egal, ob Ihr eine Radtour unternehmen oder kulturelle Momente wie einen Besuch im Bauernmuseum erleben möchtet: Das passende Angebot ist sicher dabei. Auf jeden Fall wünschen wir Euch einen schönen Tag.