Orte voller Geschichten
Lebendig, digital, vielfältig: Ein Besuch im Museum war früher oft gleichbedeutend mit stiller Andacht
vor alten Gemälden, verstaubten Vitrinen oder langen Texttafeln. Das ist heute völlig anders.

Digitales schafft häufig Erlebnisräume und so mancher fühlt sich während eines Museumsbesuchs wie in einer anderen Zeit. Es geht häufig interaktiv zu und viele Häuser setzen auf die Praxis. In der Glashütte Gernheim könnt Ihr selbst Glas blasen und in der Ziegelei im Lippischen Lage gibt es Einblicke ins alte Handwerk. Das passiert ebenso im Storchenmuseum Petershagen und wer schon immer mal wissen wollte, wie früher die Bauern lebten, ist im Freilichtmuseum von Detmold an der richtigen Adresse. Ihr seht: Es geht vielseitig zu.

Das Land von News – Das Magazinist reich an Museen, von denen viele zum Tag des Museums am 18. Mai zu besonderen Events laden. Schaut einfach auf den entsprechenden Internetseiten nach, denn die Auswahl ist riesig. Auf jeden Fall ist thematisch vieles drin. Das Mindener Museum zeigt Stadtgeschichte, das Wilhelm-Busch-Museum etliche Werke des großen Meisters und die Liste ließe sich noch weiterführen. Ob Kunst, Geschichte, Natur, Technik, Literatur oder Alltagskultur – die Bandbreite der Museen ist heute so groß wie nie zuvor. Allein in Deutschland gibt es mehr als 6.500 Museen, und kaum ein Thema, das nicht irgendwo anschaulich aufbereitet wird. Diese Vielfalt erlaubt es, sich je nach Interesse und Lebenswelt ein ganz eigenes Bild von Geschichte und Gegenwart zu machen.

Digital, interaktiv, erlebbar

Ein zentrales Merkmal der modernen Museumsarbeit ist der Einsatz neuer Medien und digitaler Technologien. Viele Museen haben sich längst von der Vorstellung verabschiedet, dass Wissen nur über Texte und Objekte vermittelt werden kann. Stattdessen setzen sie auf interaktive Stationen, Virtual-Reality-Erlebnisse, 3-D-Animationen und multimediale Präsentationen. Besucherinnen und Besucher können auf diese Weise tiefer in Themen eintauchen – sei es durch das Betreten einer virtuellen römischen Stadt, das eigenhändige Bedienen eines alten Webstuhls oder durch das Hören von Zeitzeugenberichten über Kopfhörer mitten in der Ausstellung. Diese erweiterte Form der Wissensvermittlung macht Museen auch für jüngere Zielgruppen attraktiv. Schulklassen, Familien und Einzelbesucher erleben Ausstellungen als aktives Lernen und Entdecken. Wer mit digitalen Endgeräten durch die Ausstellungen navigiert, ist hautnah dabei.

Sonderausstellungen: Immer wieder neu entdecken

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der Museen heute auszeichnet, ist ihre Dynamik. Sonderausstellungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie bieten die Möglichkeit, aktuelle Themen aufzugreifen, neue Forschungsergebnisse zu präsentieren oder ungewöhnliche Blickwinkel einzunehmen. Oft verbinden sie verschiedene Themen miteinander. Sonderausstellungen bringen frischen Wind und eröffnen auch Stammgästen immer wieder neue Zugänge. Dabei reicht das Spektrum von international beachteten Blockbustern – etwa zu Künstlern wie Picasso oder Banksy – bis hin zu lokalgeschichtlichen Themen, die gezielt das Interesse der Region ansprechen. Das passiert im Besucherbergwerk von Porta Westfalica-Kleinenbremen oder im Besucherzentrum des Kaiser-Wilhelm-Denkmals, wo unter anderem auch das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte thematisiert wird.

Der „Tag des Museums“ ist in vielen Städten mit freiem Eintritt, Führungen, Workshops und Mitmachaktionen verbunden. Auch digitale Museumsrundgänge, Onlineausstellungen oder Podcasts sind mittlerweile gängige Formate, um Wissen zu teilen. Auch Infos über die Natur tragen Züge eines Museums. Wer beispielsweise durchs Große Torfmoor in Lübbecke läuft, kann sich die Landschaft über die sogenannte „Lauschtour“ jederzeit vom Handy aus erklären lassen.