Hexenausstellung im Märchenmuseum
bis 31. März, Märchenmuseum Bad Oeynhausen
Der Scheiterhaufen als Instrument der Ordnung. Die Folterkammer als Ort des „Rechts“. Und der Teufel nicht als Metapher, sondern als reale Bedrohung: Die neue Sonderausstellung „Hexenwahn. Glaube. Macht. Angst“ im Bad Oeynhausener Märchenmuseum öffnet ein Fenster in eine Zeit, in der das Irrationale staatstragend wurde. Und in der Abertausende Unschuldiger in ein unentrinnbares Räderwerk gerieten – aus religiösem Eifer, politischen Interessen und gesellschaftlichen Spannungen.
Mit über 70 Exponaten lässt sie eine der düstersten Epochen der europäischen Geschichte wieder auferstehen: die Zeit der Hexenverfolgungen zwischen dem späten 15. und dem frühen 18. Jahrhundert. In diesen Jahrhunderten starben schätzungsweise 60.000 Menschen – zumeist auf dem Scheiterhaufen, seltener unterm Richtschwert –, die Mehrheit von ihnen Frauen, viele aber auch Männer. Ihre Tode waren das Ventil einer krisengeschüttelten Epoche, in der das Klima immer lebensfeindlicher wurde und schwere Kriege und religiöse Unruhen den Kontinent erschütterten. Ob auf der großen politischen Bühne oder im Alltag auf dem Dorf: Hinter fast allen Schrecken sah eine große Mehrheit den Teufel mit am Werk – und zwar mit Hexen und Zauberern als seinen willfährigen Vollstreckern.
Die Ausstellung läuft bis zum 31. März 2026 und ist von Mittwoch bis Sonntag zu sehen, und zwar von 11 bis 13 und 14 bis 18 Uhr. Geeignet für Erwachsene und mutige Kinder ab 10 Jahren. Kuratiert hat die Ausstellung Dr. Stefan Meyer aus Rinteln.














