Mühlenkreisderby 2026: Mehr als drei Punkte

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Warum das Mühlenkreisderby zwischen GWD Minden und dem TuS N-Lübbecke Handball-Ostwestfalen in Atem hält

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Wenn am Sonntag, den 20. September 2026, um 18 Uhr die Hallentore der Kampa-Halle in Minden aufgehen, steht weit mehr auf dem Spiel als zwei Punkte in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga. Es ist die 75. Auflage eines Duells, das seit Jahrzehnten den Puls der Handballregion Minden-Lübbecke bestimmt: das Mühlenkreisderby zwischen GWD Minden und dem TuS N-Lübbecke.

Eine Rivalität mit Geschichte

Kaum 20 Kilometer trennen die beiden Hallen an der Weser und in Lübbecke, doch sportlich türmen sich zwischen ihnen ganze Welten aus Stolz, Nachbarschaftszank und gegenseitigem Respekt auf. Generationen von Spielern, Trainern und Fans haben dieses Duell geprägt – mal als munteres Kräftemessen zweier Bundesligisten, mal als hart umkämpfter Klassenerhaltskampf. Dass es nun bereits zur 75. Ausgabe kommt, unterstreicht, wie tief dieses Derby in der Handball-DNA des Kreises Minden-Lübbecke verwurzelt ist.

Warum dieses Jahr besonders ist

Nachdem das Mühlenkreis-Derby eine Saison pausierte, kommt es nach dem Mindener Abstieg bereits am 4. Spieltag zur 75. Auflage. Der sportliche Fall von GWD Minden aus der 1. Bundesliga bedeutet für viele Fans einen bitteren Nebeneffekt – aber eben auch: Die beiden Traditionsclubs treffen nach einer erzwungenen Pause wieder aufeinander, diesmal in der 2. Liga. Für die Anhänger beider Lager ist das eine Art Wiedergutmachung des Schicksals: Der große Nachbarschaftsstreit lebt neu auf.

Schon die Vorbereitung auf die neue Saison zeigte, wie ernst beide Seiten das Duell nehmen. Bereits im Juli trafen sich beide Mannschaften zu einem restlos ausverkauften Testspiel in der Karl-Krüger-Halle in Porta Westfalica-Veltheim, im August folgte das Finale des Spielo-Cups, das GWD Minden mit 31:27 für sich entschied. Beide Vorbereitungsspiele waren geprägt von Intensität, Zweikampfhärte und Emotionen – ein deutliches Signal, dass auch im Pflichtspielbetrieb keine Blöße geboten wird.

Das Derby am Wochenende

Am kommenden Sonntag ist es nun so weit: GWD Minden empfängt den TuS N-Lübbecke zum ersten Pflichtspiel-Aufeinandertreffen der neuen Saison, ausgetragen im Rahmen des 4. Spieltags der 2. Handball-Bundesliga. Für GWD ist es nach dem Abstieg auch eine Standortbestimmung – ein früher Gradmesser dafür, wie schnell sich die Mannschaft von Trainer Aaron Ziercke in der neuen Liga zurechtfindet. Für den TuS unter Trainer Piotr Przybecki ist es die Gelegenheit, den Lokalrivalen in dessen neuer Umgebung zu ärgern und ein Ausrufezeichen für die eigene Saison zu setzen.

Die Vorgeschichte der jüngsten Duelle liefert reichlich Zündstoff: 2024 gewann der TuS mit 30:26, im April 2025 rettete GWD ein 31:31-Remis. Jedes einzelne dieser Spiele wurde bis zur letzten Sekunde umkämpft – ein Muster, das auch am Sonntag zu erwarten ist.

Warum es allen etwas bedeutet

Was das Mühlenkreisderby so besonders macht, ist selten allein die tabellarische Relevanz. Es ist die Nachbarschaft, die an Wochenenden wie diesem zur Bühne wird: Kollegen, die sich in der Werkskantine necken, Familien, die zerstritten unter einem Dach zum Fernseher sitzen, Vereinsmitglieder, die sich seit der Jugend kennen und nun in unterschiedlichen Trikots gegenüberstehen. Genau diese emotionale Aufladung macht aus einem gewöhnlichen Zweitliga-Spieltag ein Ereignis, das weit über die Halle hinausstrahlt.

Am Sonntag wird sich zeigen, wer die Nerven behält – sportlich wie emotional. Sicher ist schon jetzt: Die 75. Auflage des Mühlenkreisderbys wird wieder ein Spiel, über das man noch lange spricht.

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