Minden hat am Samstagabend noch einmal gezeigt, wie gut der Stadt ein Großereignis dieser Dimension steht. Rund 40.000 Menschen strömten auf Kanzlers Weide, um die Toten Hosen bei ihrem vierten – und wohl letzten – Auftritt am Weserufer zu erleben. Was folgte, war ein rundum gelungener Abend ihrer „Trink Aus! Wir Müssen Gehen“ Tour voller Energie, guter Laune und großer Emotionen.

Ein Fest von Anfang an
Schon am frühen Nachmittag füllte sich die Innenstadt mit Fans aus der ganzen Republik, die Gastronomie lief auf Hochtouren, und die Vorfreude war förmlich spürbar. Mit „Buster Shuffle“, Thees Uhlmann & Band und „Sondaschule“ sorgten gleich drei starke Vorbands für einen kurzweiligen Nachmittag, bevor Campino und seine Mitmusiker um 20.15 Uhr die Bühne betraten – und von der ersten Sekunde an alles gaben.

Campino in Bestform
Mit „Opel-Gang“ eröffnete die Düsseldorfer Band ihren Auftritt und ließ von da an keinen Zweifel daran, dass an diesem Abend noch einmal alles aufgefahren wird, was die Bandgeschichte zu bieten hat. Über zwei Stunden lang zeigte sich Frontmann Campino als Entertainer durch und durch: quer über die Bühne sprintend, textsicher, kraftvoll in der Stimme – und mit einem spürbaren Gespür dafür, wie er sein Publikum mitnimmt. Historische Anekdoten zu Minden und Erinnerungen an frühe Auftritte in der Region rundeten die Show der 1982 gegründeten Band ab und sorgten für echte Verbundenheit mit dem Publikum vor Ort.

Ein Setlist-Feuerwerk
Mit 35 Songs plus Intro und Outro schöpften die Toten Hosen an diesem Abend aus dem Vollen. Neben den großen Hymnen wie „Tage wie diese“, „Steh auf, wenn du am Boden bist“ und „Bonnie & Clyde“ gab es auch echte Raritäten wie „Das Mädchen aus Rottweil“ zu hören, die auf dieser Tour bislang kaum oder gar nicht gespielt wurden – ein besonderes Geschenk für die vielen langjährigen Fans, die schon seit den Achtzigern dabei sind. Mitsingmomente bei „Altes Fieber“ und „Hier kommt Alex“ sorgten für Gänsehaut, und beim großen Finale mit „You’ll Never Walk Alone“ lagen sich in der Menge viele einfach nur noch in den Armen.

Große Stimmung, entspannte Atmosphäre
Trotz der enormen Besucherzahl blieb die Stimmung durchweg friedlich und ausgelassen. Auch die Ordnungsbehörden zogen ein positives Fazit: Der Ablauf sei reibungslos verlaufen, größere Vorfälle habe es nicht gegeben. Selbst am anderen Weserufer versammelten sich sehr viele Menschen, um das Konzert bei bester Stimmung mitzuerleben – ein Bild, das zeigt, wie sehr dieses Konzert die ganze Stadt erfasst hat.

Gewinn für die ganze Region
Nicht nur musikalisch war der Abend ein voller Erfolg: Auch die Mindener Gastronomie und der lokale Einzelhandel profitierten spürbar von den zahlreichen Gästen, die von nah und fern anreisten – viele davon mit dem Wohnmobil, um gleich das ganze Wochenende in der Region zu verbringen. Für Minden war dieser Abend damit weit mehr als nur ein Konzert: Er war ein Beweis dafür, welche Strahlkraft die Stadt entfalten kann, wenn sie zur Bühne für ein Ereignis dieser Größenordnung wird.
Auch wenn der Abschied von den Toten Hosen auf Kanzlers Weide schmerzt – als letztes Kapitel einer besonderen Konzertreihe hätte er kaum würdiger ausfallen können.

Tickets für 2027 noch erhältlich
Wer in diesem Jahr leer ausgegangen ist, hat 2027 noch eine Chance: Die Toten Hosen legen nach – unter anderem mit einem Zusatzkonzert am 2. Juli 2027 im Eintracht-Stadion Braunschweig. Für diesen Termin gibt es aktuell noch Karten. Tickets gibt es unter www.dth.de.